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Geltungszeitraum von: 01.03.2013

Geltungszeitraum bis: 31.12.2015

Rechtsverordnung
über das Verfahren der Besetzung von Stellen für
Kantorinnen und Kantoren
(Kantoratsbesetzungs-Rechtsverordnung - KantoratsBesRVO)

Vom 19. Februar 2013 (GVBl. S. 62)

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Gemäß § 5 Abs. 2 KMusG erlässt der Evangelische Oberkirchenrat folgende Rechtsverordnun:.
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§ 1
Geltungsbereich

Diese Rechtsverordnung regelt das Verfahren der Besetzung von Kantoratsstellen (§ 4 Abs. 1 Satz 1 KMusG).
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§ 2
Ausschreibung, Bewerbungen

( 1 ) Die zu besetzende Stelle ist auszuschreiben. Die Ausschreibung soll in der Zeitschrift des Verbandes evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland („Forum Kirchenmusik“) erfolgen. Für die Ausschreibung ist der Anstellungsträger verantwortlich. Er spricht den Ausschreibungstext mit der zuständigen Landeskantorin bzw. dem zuständigen Landeskantor (§ 3) ab.
( 2 ) Bewerbungen sind an den Anstellungsträger zu richten.
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§ 3
Beteiligung einer Landeskantorin bzw. eines Landeskantors

Der Beirat für Kirchenmusik (§ 11 KMusG) benennt dem Anstellungsträger für die Teilnahme am Besetzungsverfahren eine Landeskantorin bzw. einen Landeskantor als zuständig. Dies kann generell durch die Geschäftsverteilung im Landeskantorat (§ 11 Abs. 2 Nr. 3 KMusG) erfolgen.
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§ 4
Vorauswahl

Der Anstellungsträger trifft, soweit nötig, unter den Bewerbungen eine Vorauswahl und lässt sich hierbei von der zuständigen Landeskantorin bzw. dem zuständigen Landeskantor (§ 3) fachlich beraten. Ausschreibung und Vorauswahl kann der Anstellungsträger der Stellenbesetzungskommission (§ 5) übertragen.
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§ 5
Stellenbesetzungskommission

( 1 ) Der Anstellungsträger bildet eine Stellenbesetzungskommission (Kommission). Ihr gehören an:
  1. Vertretungen des Anstellungsträgers und der an der zu besetzenden Stelle gegebenenfalls beteiligten kirchlichen Körperschaften (Kirchenbezirk oder Kirchen- bzw. Pfarrgemeinden),
  2. ferner nach Möglichkeit Personen, die in der Kirchenmusik ehrenamtlich mitarbeiten, sowie
  3. die zuständige Landeskantorin bzw. der zuständige Landeskantor (§ 3) und die für die zu besetzende Stelle zuständige Bezirkskantorin bzw. der zuständige Bezirkskantor. Letzteres gilt nicht, wenn es sich bei der zu besetzenden Stelle um das Bezirkskantorat handelt.
( 2 ) Soll die Stellenbewerberin bzw. der Stellenbewerber im Falle der Übertragung der Stelle zur Landeskantorin bzw. zum Landeskantor berufen werden, gehören der Kommission über die in Absatz 1 genannten Mitglieder hinaus an
  1. eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Evangelischen Oberkirchenrats sowie
  2. eine weitere vom Evangelischen Oberkirchenrat zu benennende Person zur fachlichen Beratung.
( 3 ) Die Vertretungen nach Absatz 1 werden vom Anstellungsträger bzw. den gegebenenfalls beteiligten kirchlichen Körperschaften (Absatz 1 Nr. 1) benannt.
( 4 ) Die Sitzungen der Kommission sind nicht öffentlich.
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§ 6
Persönliche Vorstellung der Bewerberinnen bzw. der Bewerber

( 1 ) Die Kommission lädt die in die engere Wahl genommenen Bewerberinnen und Bewerber zu einer persönlichen Vorstellung ein. An ihr können die Mitglieder der von der Stellenbesetzung betroffenen gemeindlichen Leitungsorgane und des zuständigen Bezirkskirchenrats als Gäste teilnehmen.
( 2 ) Gehört die Bläserarbeit zum Dienstauftrag der zu besetzenden Stelle, nimmt für diesen Bereich die zuständige Landesposaunenwartin bzw. der zuständige Landesposaunenwart an der Vorstellung beratend teil. Gehört die Sachverständigentätigkeit im Orgel- und Glockenwesen zum Dienstauftrag der zu besetzenden Stelle, nimmt für diesen Bereich eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Evangelischen Oberkirchenrats an der Vorstellung beratend teil.
( 3 ) Die nach § 3 zuständige Landeskantorin bzw. der zuständige Landeskantor arbeitet den Zeitplan für die Vorstellung aus und leitet die Vorstellung der Bewerberinnen bzw. der Bewerber.
( 4 ) Die Vorstellung der Bewerberin bzw. des Bewerbers umfasst:
  1. künstlerisches und liturgisches Orgelspiel (45 bis 60 Minuten),
  2. Chorleitung (45 bis 60 Minuten),
  3. Vorstellungsgespräch,
  4. fakultativ Proben mit weiteren Ensembles (z. B. Kinderchor, Gospelchor, Posaunenchor).
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§ 7
Bewertung der Bewerbungen, Votum und Bericht

( 1 ) Nach Abschluss der Vorstellung tauscht sich die Kommission über die Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber aus. Die Landeskantorin bzw. der Landeskantor (§ 3) gibt hierbei eine fachliche Beurteilung über die Bewerberinnen bzw. Bewerber ab.
( 2 ) Die Kommission schlägt sodann dem Anstellungsträger eine Bewerberin bzw. einen Bewerber zur Anstellung vor. Kommen mehrere Bewerberinnen bzw. Bewerber zur Anstellung in Betracht, legt die Kommission eine Rangliste fest.
( 3 ) Die Landeskantorin bzw. der Landeskantor verfasst über die fachliche Beurteilung nach Absatz 1 Satz 2 einen schriftlichen Bericht für den Evangelischen Oberkirchenrat, den Anstellungsträger und die gegebenenfalls beteiligten Kirchengemeinden (§ 5 Abs. 1 Nr. 1). Ist der Evangelische Oberkirchenrat der Anstellungsträger, erhält der betreffende Kirchenbezirk den Bericht.
( 4 ) Falls keine Bewerberin bzw. kein Bewerber für die Stelle geeignet ist, ist die Stelle erneut auszuschreiben.
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§ 8
Entscheidung

( 1 ) Die Entscheidung über die Anstellung trifft der Anstellungsträger im Benehmen mit den gegebenenfalls beteiligten Kirchengemeinden (§ 5 Abs. 1 Nr. 1) auf der Basis des Votums nach § 7 Abs. 2. Ist der Evangelische Oberkirchenrat der Anstellungsträger, stellt er das Benehmen mit dem betreffenden Bezirkskirchenrat her.
( 2 ) Trifft der Anstellungsträger die Entscheidung entgegen der fachlichen Beurteilung nach § 7 Abs. 3, richtet sich das weitere Verfahren nach § 2 a Nr. 5 KVHG.
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§ 9
Inkrafttreten, Außerkrafttreten

( 1 ) Diese Rechtsverordnung tritt am 1. März 2013 in Kraft.1#
( 2 ) Gleichzeitig tritt Abschnitt II der Durchführungsbestimmungen des Evangelischen Oberkirchenrats zur Kirchenmusikverordnung vom 6. Dezember 1988 (GVBl. 1989 S. 40), geändert am 17. Juni 1997 (GVBl. S. 94), außer Kraft.
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1 ↑ Außer Kraft getreten zum 31.12.2015 (GVBl. 2016 S. 2)