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Geltungszeitraum von: 01.03.2013

Geltungszeitraum bis: 01.01.2014

Durchführungsbestimmungen
zur Kirchenmusikverordnung

Vom 6. Dezember 1988

(GVBl. 1989 S. 40), zuletzt geändert am 19. Februar 2013 (GVBl. S. 62)

Der Evangelische Oberkirchenrat erläßt gemäß § 10 der Verordnung zur Durchführung des kirchlichen Gesetzes über den kirchenmusikalischen Dienst in der Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchenmusikverordnung – KMusVO) vom 11. August 1987 (GVBl. S. 77) nach Anhörung des Beirats für Kirchenmusik folgende Durchführungsbestimmungen:
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Vorbemerkung

Während die Richtlinien für Kirchenmusik vom 20. Juni 1978 (GVBl. S. 100) Aufschluß geben über die Aufgaben der Kirchenmusik, insbesondere über Aufgaben und Stellung des Kirchenmusikers in der Gemeinde, geht es in diesen Durchführungsbestimmungen um die Voraussetzungen für die Beschäftigung hauptberuflicher Kirchenmusiker und um das Verfahren bei der Stellenbesetzung.
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I.

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1. Voraussetzung für die Errichtung von Kantorenstellen

(§ 6 KMusVO)
1.1 B-Stellen
1 Voraussetzung für die Errichtung einer B-Stelle ist, daß der Kirchenmusiker in der Gemeinde die Möglichkeit zu einer hauptberuflichen kirchenmusikalischen Tätigkeit vorfindet. 2 Dazu gehört die Tätigkeit im Gemeinde- und Kasualgottesdienst, die Leitung eines Chores oder mehrerer Chöre, gegebenenfalls des Posaunenchores und anderer Instrumentalgruppen mit den erforderlichen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten und der Kontaktpflege (z.B. Besuche), Singen mit Konfirmanden und anderen Gemeindegruppen, kirchenmusikalische Veranstaltungen mit der nötigen Vorbereitungsarbeit, Gewinnung neuer Chorsänger und Instrumentalisten und gegebenenfalls eine Ausbildung des kirchenmusikalischen Nachwuchses.
3 Für die Errichtung einer B-Stelle ist eine Gemeindegröße von mindestens 3 000 Gemeindegliedern erforderlich. 4 In der Kirche soll genügend Platz für Chor und Orchester sein, außerdem sollen geeignete Proberäume zur Verfügung stehen. 5 Die Orgel soll die Wiedergabe der Orgelliteratur mittleren Schwierigkeitsgrades erlauben. 6 Ein gemischter Chor soll vorhanden oder der Aufbau eines Chores in absehbarer Zeit möglich sein.
7 Neben den Personalkosten sind von der Kirchengemeinde die erforderlichen Sachmittel (z.B. für Noten, Instrumente, kirchenmusikalische Veranstaltungen) zu veranschlagen.
1.2 A-Stellen
1 Der Kirchenmusiker muß die Möglichkeit einer künstlerisch anspruchsvollen Tätigkeit von übergemeindlicher Bedeutung vorfinden. 2 Dazu gehören in der Regel die Tätigkeiten eines Kirchenmusikers mit B-Prüfung, wobei darüber hinaus in Chorleitung und Orgelspiel besondere Leistungen erwartet werden. 3 Die Tätigkeit des Kirchenmusikers mit A-Prüfung, kann Akzente auf Spezialgebieten (z.B. auf chorischem, instrumentalem oder kompositorischem Gebiet) haben.
4 Für die Errichtung einer A-Stelle ist in der Regel eine Gemeindegröße von 5 000 Gemeindegliedern erforderlich. 5 Im Kirchenraum soll genügend Platz für Chor und Orchester für die Aufführung großer kirchenmusikalischer Werke sein. 6 Außerdem sollen entsprechende Räume für Proben zur Verfügung stehen. 7 Die Orgel soll die Wiedergabe großer Orgelwerke erlauben. 8 Die erwartete Aufführung schwieriger Werke erfordert einen leistungsfähigen gemischten Chor. 9 Hinsichtlich der Personal- und Sachkosten gilt das unter 1.1. Gesagte entsprechend.
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2. Beschäftigungsnachweis für B-Stellen und A-Stellen

(§ 6 KMusVO)
1 Vor der Einstellung eines Kirchenmusikers in eine B-Stelle oder A-Stelle muß der Kirchengemeinderat dem Evangelischen Oberkirchenrat für die Stelle einen aktualisierten Beschäftigungsnachweis zur Genehmigung vorlegen. 2 Der Beschäftigungsnachweis ist in Absprache mit dem zuständigen Landeskantor zu erstellen. 3 Der Beschäftigungsnachweis gibt Aufschluß über die von dem Kirchenmusiker im Rahmen der regelmäßigen Arbeitszeit bzw. arbeitsvertraglich vereinbarten Arbeitszeit wahrzunehmenden Dienste. 4 Die Festlegung der Deputatsstunden richtet sich nach der Arbeitsrechtsregelung über die Ermittlung der Arbeitszeit von Kirchenmusikerinnen/Kirchenmusiker (AR-AzKimu) vom 1.2.1996 (GVBl. S. 13) in der jeweils geltenden Fassung.
5 Die regelmäßige Arbeitszeit für vollbeschäftigte Kirchenmusiker beträgt z.Zt. nach § 1 AR-AzKimu ausschließlich der Vorbereitungszeit durchschnittlich 23 Deputatsstunden wöchentlich. 6 Bei Bezirkskantoren entfallen hiervon 8 Wochenstunden auf die Bezirksarbeit. 7 Teilzeitbeschäftigung von Kirchenmusikern in B-Stellen oder A-Stellen mit 50 % einer Vollbeschäftigung ist möglich.
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3. Übergemeindliche Tätigkeiten

(§ 6 Abs. 3 KMusVO)
1 Im Falle einer fehlenden Vollbeschäftigung können dem Kirchenmusiker auf Vorschlag des Landeskantors und mit Zustimmung des zuständigen Entscheidungsgremiums (Ältestenkreis, Kirchengemeinderat, Bezirkskirchenrat) kirchenmusikalische Aufgaben im Kirchenbezirk oder in einer anderen Gemeinde übertragen werden (§ 6 Abs. 3 KMusVO).
2 Beispiele übergemeindlicher Tätigkeiten:
3.1 1 Neben seinen Aufgaben in der eigenen Gemeinde übernimmt der Kirchenmusiker noch Aufgaben in einer (mehreren) anderen Gemeinde(n):
Dies könnten sein:
  1. Chorleitung oder/und
  2. Gemeindesingarbeit
  3. Kinderchor
  4. Bläserarbeit usw.
2 Wenn der hauptberufliche Kirchenmusiker Chorarbeit in der zweiten Gemeinde übernimmt, muß er gelegentlich dort auch im Gottesdienst spielen und den Chor leiten. 3 Die Frage der Orgelvertretung ist zu klären!
3.2 Neben seinen Aufgaben in der eigenen Gemeinde übernimmt der Kirchenmusiker noch Aufgaben im Kirchenbezirk: In Absprache mit dem Bezirkskantor und mit Zustimmung des Bezirkskirchenrates können sich folgende Lösungen ergeben:
  1. Der Kirchenmusiker übernimmt bei besonderer Eignung bestimmte Sachgebiete, für die er im Kirchenbezirk zuständig ist (Beispiele: Neues Lied im Gottesdienst und Gemeindesingen, Kinderchorarbeit, Arbeit mit Bands in Jugendgruppen, übergemeindliches Orchester).
  2. 1 Der Kirchenmusiker unterstützt den Bezirkskantor bei der Durchführung der D- und C-Ausbildung. 2 Die Beauftragung erfolgt durch den zuständigen Landeskantor.
  3. In großen Kirchenbezirken kann der Kirchenmusiker auch die Betreuung eines Dekanatssprengels übertragen bekommen.
3.3 1 In einigen Fällen bietet sich auch das Modell des Gruppenkantorats an. 2 Im Gruppenkantorat arbeitet ein hauptberuflicher Kirchenmusiker mit nebenberuflichen Kräften in zwei (oder drei) Gemeinden. 3 Die Kirchenmusiker treffen sich zu regelmäßigen Besprechungen. 4 Der hauptberufliche Kirchenmusiker berät und koordiniert in den verschiedenen Arbeitsbereichen. 5 So kommen seine Kenntnisse und Fähigkeiten einem größeren Kreis zugute. 6 Weiterer Vorteil: Für Spezialaufgaben (Kinderchor, Bläserarbeit etc.) können auch besonders geschulte Kräfte eingesetzt werden. 7 Wenn sich zwei in ihren Aktivitäten ähnliche Gemeinden zu gemeinsamer kirchenmusikalischer Arbeit zusammenschließen, kann auch die Bildung eines gemeinsamen (leistungsfähigeren!) Chores erwogen werden. 8 Dies gilt selbstverständlich auch für andere Musikgruppen. 9 Ist in einem Gruppenkantorat der Kantor mit gleichem Arbeitsumfang in zwei Gemeinden tätig, dann ist er in beiden Gemeinden für die gesamte Kirchenmusik zuständig. 10 Liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit in einer Gemeinde und übernimmt er in den anderen Gemeinden nur Teilaufgaben, z.B. Leitung eines Erwachsenen- oder Kinderchors, dann ist er in dieser Gemeinde (in diesen Gemeinden) nur für seinen Arbeitsbereich zuständig. 11 Die Regelung der Rechtsbeziehungen der am Gruppenkantorat beteiligten Kirchengemeinden hat durch schriftliche und vom Evangelischen Oberkirchenrat zu genehmigende Vereinbarung zu erfolgen.
3.4 Der Kirchenchor mit Vocatio kann innerhalb seines Deputats im Religionsunterricht eingesetzt werden.
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4. Kostenersatz bei übergemeindlichen Tätigkeiten

1 Für die finanzielle Regelung der übergemeindlichen Tätigkeiten des Kantors sind folgende Möglichkeiten denkbar:
Situation 1: Der Kirchenmusiker ist in mehreren Pfarrgemeinden einer Kirchengemeinde tätig (z.B. Gruppenkantorat).
2 Finanzielle Regelung: Die Kirchengemeinde zahlt die volle Vergütung.
3 Situation 2: Der Kirchenmusiker ist in zwei Kirchengemeinden tätig.
4 Finanzielle Regelung: Der Kirchenmusiker wird von der Hauptgemeinde angestellt und vergütet. 5 Diese erhält von der/den am Gruppenkantorat beteiligten Gemeinde/n Personalkostenersatz entsprechend dem auf sie entfallenden Beschäftigungsanteil.
6 Situation 3: Dem Kirchenmusiker werden innerhalb seines Deputats bestimmte Aufgaben im Kirchenbezirk (vgl. oben 3.2 Buchst. a und c) übertragen.
7 Finanzielle Regelung: Der Kirchenbezirk ersetzt der anstellenden Kirchengemeinde die anteiligen Personalkosten.
8 Situation 4: Der Kirchenmusiker wird innerhalb seines Deputats mit der Erteilung von Unterricht in der D- und C-Ausbildung beauftragt.
9 Finanzielle Regelung: Diese Unterrichtsstunden gelten im Rahmen des Haushaltsausgleiches als abgegolten.
10 Situation 5: Der Kirchenmusiker wird zusätzlich zu seinem Deputat mit der Erteilung von Unterricht in der C-Ausbildung beauftragt.
11 Finanzielle Regelung: Der Kirchenmusiker erhält die Stunden von der Landeskirche direkt vergütet. 12 Anträge sind über den Landeskantor vorzulegen.
13 Die Beauftragung erfolgt durch den zuständigen Landeskantor im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel.
14 Situation 6: Der Kirchenmusiker wird innerhalb seines Deputats mit der Erteilung von Religionsunterricht beauftragt.
15 Finanzielle Regelung: Die Landeskirche erstattet der Kirchengemeinde diese Unterrichtsstunden. 16 Anträge sind über den Schuldekan vorzulegen.
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II. Besetzungsverfahren für Kantorenstellen

- außer Kraft -1#
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III. Inkrafttreten

Diese Durchführungsbestimmungen treten am 1. Januar 1989 in Kraft.

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1 ↑ Gem. § 9 Abs. 2 KantoratsBesRVO mit Wirkung vom 1. März 2013 (GVBl. Nr. 4/2013 S. 63) außer Kraft getreten. .