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Geltungszeitraum von: 01.01.2008

Geltungszeitraum bis: 30.06.2014

Kirchliches Gesetz über die Errichtung und Ordnung
von Gruppenpfarrämtern und Gruppenämtern
(GruppenG)

Vom 24. Oktober 2007 (GVBl. S. 191),

geändert am 20. April 2013 (GVBl. S. 113, 117)

Die Landessynode hat gemäß § 110 Abs. 2 Nr. 1 der Grundordnung das folgende kirchliche Gesetz beschlossen:
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§ 1

( 1 ) Der Bezirkskirchenrat kann nach Maßgabe von Art. 15 , 15a Grundordnung in einer Pfarrgemeinde mehrere Pfarrstellen errichten oder mehrere Pfarrgemeinden zu einer Pfarrgemeinde mit mehreren Pfarrstellen zusammenschließen (Gruppenpfarramt, Artikel 15 a Abs. 2 GO). 1#
( 2 ) Eine oder mehrere Pfarrstellen in einer Pfarrgemeinde können durch Beschluss des Bezirkskirchenrates unter den Voraussetzungen der Rechtsverordnung nach § 5 auch mit anderen landeskirchlichen Stellen zu einer Dienstgruppe zusammengefasst werden (Gruppenamt).
( 3 ) Bevor der Bezirkskirchenrat abschließend über die Errichtung eines Gruppenpfarramtes oder eines Gruppenamtes beschließt, gibt er dem Evangelischen Oberkirchenrat Gelegenheit zu einer Stellungnahme.
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§ 2

( 1 ) 1 Die Aufgabenverteilung in einem Gruppenpfarramt und in einem Gruppenamt wird nach Anhörung der Betroffenen im Benehmen mit dem Kirchengemeinderat durch einen vom Ältestenkreis zu beschließenden Dienstplan für die Beteiligten verbindlich geregelt. 2 Der Dienstplan bedarf der Genehmigung des Bezirkskirchenrates und ist dem Evangelischen Oberkirchenrat anzuzeigen.
( 2 ) 1 Im Dienstplan sollen nach Möglichkeit Schwerpunkte gebildet werden, die die Ausbildung und besonderen Fähigkeiten der Mitglieder berücksichtigen. 2 Die Geschäftsführung ist im turnusmäßigen Wechsel einem der Beteiligten zu übertragen.
( 3 ) Alle Mitglieder eines Gruppenpfarramtes und eines Gruppenamtes sind hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zu den kirchlichen Organen (Ältestenkreis, Kirchengemeinderat, Bezirkssynode) gleichgestellt, soweit im Leitungs- und Wahlgesetz keine andere Regelung getroffen ist.
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§ 3

1 Die nicht ordinierten Mitglieder in einem Gruppenamt stehen wie die beteiligten Pfarrerinnen und Pfarrer in einem Anstellungsverhältnis zur Landeskirche. 2 Ihre Zuordnung zu einem Gruppenamt erfolgt durch den Evangelischen Oberkirchenrat im Einvernehmen mit dem Bezirkskirchenrat und dem Ältestenkreis der betroffenen Gemeinde.
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§ 4

1 Besteht ein berechtigtes Interesse der Gemeinde oder des Kirchenbezirks an der Beendigung des Gruppenpfarramtes oder Gruppenamtes, so kann sie der Bezirkskirchenrat nach Anhörung der Beteiligten im Benehmen mit dem Ältestenkreis und mit dem Kirchengemeinderat auflösen. 2 § 1 Abs. 3 ist entsprechend anzuwenden. 3 Die erfolgte Auflösung ist dem Evangelischen Oberkirchenrat anzuzeigen.
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§ 5

Der Evangelische Oberkirchenrat wird ermächtigt durch Rechtsverordnung die Voraussetzungen und die Ordnung von Gruppenämtern näher zu regeln.
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§ 6

( 1 ) Dieses Gesetz tritt zum 1. Januar 2008 in Kraft. Gleichzeitig tritt das Gesetz über die Errichtung und Ordnung von Gruppenämtern vom 6. April 1978 außer Kraft.
( 2 ) Die Regelungen für die bereits bestehenden Gruppenpfarrämter und Gruppenämter werden durch dieses Gesetz nicht berührt.

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1 ↑ Gem. Artikel 5 Kirchliches Gesetz zur Änderung von Gesetzen aufgrund des Grundordnungsänderungsgesetzes 2013 vom 20. April 2013 (GVBl. 117).