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Geltungszeitraum von: 01.10.1970

Geltungszeitraum bis: 01.12.2012

Ordnung für die Eheberatung
in der Evangelischen Landeskirche in Baden

Vom 9. Oktober 1970

(GVBl. S. 142)

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I. Die Ausbildung zum Eheberater

  1. Zur Ausbildung für eine Tätigkeit in der Eheberatung eignet sich besonders, wer aus einem sozialen Grundberuf mit am Fall orientierter Kontrolle (etwa Therapeuten, Psychagogen, Sozialarbeiter mit Supervision) kommt.
  2. Eine Meldung erfolgt an den Landesbeauftragten für Eheberatung, 75 Karlsruhe 1, Kriegsstraße 124.
  3. 1 Der Bewerber wird zu einer von Mentoren gleiteten Auswahltagung eingeladen, in der über seine Zulassung zur Ausbildung im Zentralinstitut für Familienberatung in Berlin entschieden wird. 2 Die Ausbildung erfolgt in vier Lehrgangsabschnitten von je 14 Tagen, verteilt über 2 Jahre. 3 Sie muß zwingend mit Praktika verbunden sein, die in einer anerkannten Praktikumsstelle mit vollem Team und unter Anleitung eines Mentors die Arbeit an Einzelfällen möglich machen. 4 Eine Ausbildung ohne gleichzeitige Praxis in einer Beratungsstelle ist nicht möglich.
  4. Ein abgelehnter Bewerber kann sich nach Ablauf von zwei Jahren erneut zu einer Auswahltagung melden.
  5. Die Kosten der Ausbildung trägt die entsendende Stelle.
  6. Nach Abschluß der Ausbildung wird eine Bestätigung ausgestellt, die den Teilnehmer als qualifiziert für die Mitarbeit in der Eheberatung ausweist.
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II. Die Anerkennung als Eheberater

  1. Evangelische Eheberater in Baden können Personen mit Zusatzausbildung für Eheberatung und langjährige Mitarbeiter in der Eheberatung mit entsprechender praktischer Erfahrung als Berater und zusätzlicher analytischer Selbsterfahrung sein.
  2. Die Evangelische Landeskirche entscheidet durch den Beirat für Ehe- und Familienfragen, unbeschadet der fachlichen Qualifikation durch das Berliner Zentralinstitut, über Anerkennung und Zulassung als Eheberater.
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III. Die Eheberatungsstelle

  1. Voraussetzung für die Anerkennung einer Eheberatungsstelle ist, daß sie über ausgebildete Mitarbeiter verfügt.
  2. 1 Im Team müssen mindestens drei Angehörige nachstehend benannter Berufe zusammenarbeiten: Arzt, Psychologe, Seelsorger, Pädagoge, Psychotherapeut, Psychagoge, Sozialarbeiter, Jurist. 2 Daneben können auch Angehörige anderer Berufe in der Eheberatung tätig werden.
  3. Die Mitglieder des Beratungsteams arbeiten, soweit sie nicht durch Ausbildung zum Eheberater zur direkten Arbeit am Klienten zugelassen sind, konsultativ in regelmäßigen Teamsitzungen.
  4. Auf die Dauer ist anzustreben, daß Eheberater hauptamtlich tätig werden.
  5. 1 Die Team-Mitglieder sind zu ständiger Weiterbildung verpflichtet. 2 Analytische Kontrollen oder Kontrollen in Balintgruppen für die Berater sind erwünscht.
  6. 1 Für die Beauftragung des Team-Leiters einer evangelischen Eheberatungsstelle gilt:
    1 Der Vorschlag erfolgt durch das Team, durch den Träger oder die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Eheberatung (Konferenz der Eheberater) an den Landesbeauftragten. 2 Dem Vorschlag sind die zur Beurteilung notwendigen Unterlagen und die Selbstbeschreibung des beruflichen Werdegangs beizufügen. 3 Die Beauftragung erfolgt nach Kontaktgesprächen durch den Landesbeirat. 4 In seinem Auftrag gibt der Landesbeauftragte eine schriftliche Bestätigung.
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Anmerkung

1 Zur Anerkennung einer Praktikumsstelle muß die Mitarbeit eines Therapeuten im Team gesichert sein sowie die Durchführung der Kontrolle durch einen Mentor mit tiefenpsychologischer Ausbildung oder Erfahrung in der Supervision. 2 Die Anerkennung erfolgt grundsätzlich durch das Zentralinstitut in Berlin.