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Geltungszeitraum von: 01.01.1991

Geltungszeitraum bis: 01.01.2013

Ordnung
der Evangelischen Jugendarbeit in Baden

Vom 31. Januar 1991

(GVBl. S. 36)

1 Der Evangelische Oberkirchenrat erläßt gemäß §§ 74 und 127 Abs. 2 Nr. 10 der Grundordnung im Einvernehmen mit der Landesjugendkammer nachstehende Verordnung über die Ordnung der Jugendarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Baden:
Die Evangelische Jugendarbeit in Baden hat ihr gemeinsames Ziel darin, jungen Menschen das befreiende Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen. 2 Von ihrem Selbstverständnis her ist die Evangelische Jugendarbeit zugleich Angebot der Kirche an die Jugend und Selbstorganisation der Jugend in der Kirche.
3 Die Arbeitsformen der Evangelischen Jugendarbeit bieten den jungen Menschen Möglichkeiten, Glauben zu erfahren, einzuüben und zu bewähren. 4 In diesen Arbeitsformen soll jungen Menschen Mut gemacht werden, sich als lebendige Glieder ihrer Gemeinde zu verstehen und in der Gesellschaft als verantwortliche Christen zu leben. 5 Dabei sollen die besonderen Herausforderungen der Zeit erkannt, angenommen und im Glauben praktisch wahrgenommen werden. 6 Die Evangelische Jugendarbeit begleitet junge Menschen auf diesem Weg.
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I. MitarbeiterInnenkreis auf Gemeindeebene

  1. 1 Alle MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit einer Gemeinde bilden einen MitarbeiterInnen-Kreis, unbeschadet der Mitarbeit im Gemeindebeirat. 2 Dieser MitarbeiterInnen-Kreis trägt in Zusammenarbeit mit dem/der Pfarrerin, unbeschadet der Verantwortung des Ältestenkreises/Kirchengemeinderats, die Verantwortung für die Jugendarbeit. 3 Es können sich die Mitarbeiter/innen-Kreise verschiedener Pfarrgemeinden zusammenschließen, soweit dies zweckdienlich erscheint (zum Beispiel für die Wahrnehmung der Vertretung im Ortsjugendring).
  2. Der Mitarbeiter/innen-Kreis hat insbesondere folgende Aufgaben:
    1. Beratung aller Aufgaben der Jugendarbeit in der Gemeinde;
    2. Planung, Vorbereitung und Koordinierung von koedukativen und geschlechtsspezifischen Maßnahmen der Jugendarbeit einschließlich der Maßnahmen mit anderen Gemeindegruppen;
    3. Maßnahmen mit nichtorganisierten Jugendlichen;
    4. Wahl von Vertreter/innen in die Bezirksvertretung der Evangelischen Jugend;
    5. Beratung des Ältestenkreises in Fragen der Jugendarbeit;
    6. Beantragung von Mitteln für die Jugendarbeit in der Gemeinde und Verwaltung dieser Mittel;
    7. Mitverwaltung der Räume und des Materials der Jugendarbeit;
    8. Verantwortung für die Vertretung in jugendpolitischen Gremien (zum Beispiel Ortsjugendring);
    9. Wahl eines/einer Vorsitzenden bzw. eines Leitungskreises.
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II. Bezirksvertretung

  1. 1 In der Bezirksvertretung der Evangelischen Jugend schließen sich die aus den Mitarbeiter/innen-Kreisen der Gemeinden gewählten ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und andere Träger evangelischer Jugendarbeit im Kirchenbezirk zur Wahrnehmung gemeinsamer Verantwortung zusammen. 2 Die Zusammenarbeit mit dem/der Bezirksjugendpfarrer/in und den Bezirksjugendreferent/innen ist zu gewährleisten.
  2. Unbeschadet der Zuständigkeit der Leitungsorgane des Kirchenbezirks hat die Bezirksvertretung insbesondere folgende Aufgaben:
    a)
    Beratung aller Fragen und Aufgaben evangelischer Jugendarbeit im Bezirk;
    b)
    Beschluß über geplante Vorhaben und Schwerpunkte evangelischer Jugendarbeit im Bezir
    c)
    Planung, Vorbereitung und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen;
    d)
    Unterstützung der Jugendarbeit in den Gemeinden des Kirchenbezirks;
    e)
    Maßnahmen mit nichtorganisierten Jugendlichen;
    f)
    Beratung kirchlicher Gremien in Fragen der Jugendarbeit;
    g)
    Beratung des die Jugendarbeit des Kirchenbezirks betreffenden Teil des Haushaltsplanes und Antrag an die Bezirkssynode auf Einstellung der erforderlichen Mittel in den Haushaltsplan;
    h)
    Entscheidung über die im Rahmen des Haushaltsplanes und der Beschlüsse der Bezirkssynode für die Jugendarbeit des Kirchenbezirks zur Verfügung stehenden Mittel und Verwaltung aller Gelder sowie des Materials und der Häuser der Evangelischen Jugendarbeit im Kirchenbezirk;
    i)
    Entwicklung und Vollzug eines Kirchlichen Jugendplanes im Kirchenbezirk;
    k)
    Vertretung der Belange der Jugendarbeit nach außen, Zusammenarbeit mit anderen Jugendverbänden und Wahrnehmung gemeinsamer Interessen und Aufgaben (Öffentlichkeitsarbeit, jugendpolitischer Arbeitskreis in Jugendamtsbereichen u.a.) unbeschadet der Zuständigkeit der Leitungsorgane des Kirchenbezirks;
    l)
    Wahl von Vertreter/innen in inner- und außerkirchliche Gremien, soweit nicht hierfür der Bezirkskirchenrat oder die Bezirkssynode zuständig sind;
    m)
    Wahl eines/einer ehrenamtlichen Mitarbeiter/in zum/zur Vorsitzenden für die Dauer der Amtszeit der Bezirksvertretung;
    n)
    Mitwirkung bei der Anstellung der Bezirksjugendreferent/innen und der Berufung des/der Bezirksjugendpfarrer/in, wobei Einvernehmen mit dem Bezirkskirchenrat und dem Anstellungsträger hergestellt werden muß;
    o)
    Entgegennahme des Rechenschaftsberichts der hauptamtlichen Mitarbeiter/innen;
    p)
    Wahl eines Leitungskreises;
    q)
    Erstellung und Beschluß einer Geschäftsordnung;
    r)
    Förderung der ökumenischen Zusammenarbeit und der internationalen Kontakte in der Jugendarbeit;
    s)
    Bildung von Ausschüssen zur Wahrnehmung besonderer Aufgaben (zum Beispiel Finanzausschuß, Jugendpolitischer Ausschuß).
  3. Die Bezirksvertretung kann zur Durchführung übergemeindlicher Projekte und zur Beratung besonderer Fragen eine Versammlung aller Mitarbeiter/innen des Bezirks einberufen.
  4. Mitglieder der Bezirksvertretung sind:
    1. je 1–2 ehrenamtliche Vertreter/innen aus den Mitarbeiter/innen-Kreisen der Gemeinden;
    2. jeweils bis zu 2 Vertreter/innen von Arbeitsformen und Verbänden, die übergemeindlich tätig sind und auf Antrag als Mitglieder aufgenommen werden;
    3. die Bezirksjugendreferent/in;
    4. der/die Bezirksjugendpfarrer/in;
    5. 1 VertreterIn der Bezirkssynode bzw. des Bezirkskirchenrates;
    6. bis zu 3 in der Jugendarbeit erfahrene Mitarbeiter/innen, die von der Bezirksvertretung berufen werden.
  5. 1 Die Bezirksvertretung wird jährlich mindestens zweimal vom/von der Vorsitzenden unter Angabe der Tagesordnung und Einhaltung einer Einladungsfrist von 2 Wochen eingeladen. 2 Ihre Amtszeit beträgt 3 Jahre.
    3 Die Bezirksvertretung gibt sich eine Geschäftsordnung.
  6. 1 Der Leitungskreis:
    1. Der Leitungskreis setzt sich zusammen aus 3–5 ehrenamtlichen Mitgliedern, 1 Jugendreferent/in und dem/der Bezirksjugendpfarrer/in;
    2. den Vorsitz führt der/die Vorsitzende der Bezirksvertretung;
    3. die Amtszeit des Leitungskreises beträgt in Übereinstimmung mit der Amtszeit der Bezirksvertretung 3 Jahre;
    4. er bereitet die Sitzungen der Bezirksvertretung vor;
    5. ihm obliegt die Wahrnehmung der laufenden Aufgaben zwischen den Sitzungen und die Ausführung ihrer Beschlüsse;
    6. der/die Vorsitzende beruft die Sitzungen des Leitungskreises ein. Er/sie sorgt für die Führung des Protokolls;
    7. er legt mindestens einmal jährlich der Bezirksvertretung einen Rechenschaftsbericht vor.
    3 Der Leitungskreis gibt sich eine Geschäftsordnung
  7. Für die Arbeit der Bezirksvertretung sind vom Kirchenbezirk angemessen räumliche und sachliche Voraussetzungen zu schaffen.
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III. Bezirksjugendpfarrer/in

  1. Zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben des/der Bezirksjugendpfarrer/in ist es notwendig, daß dieser/diese seinen/ihren Dienst in enger Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung der Evangelischen Jugend, den hauptamtlichen Mitarbeiter/innen und dem Amt für Jugendarbeit wahrnimmt.
  2. 1 Die Kirchenleitung beruft den/die Bezirksjugendpfarrer/in im Benehmen mit dem/der Landesjugendpfarrer/in, der/die vor seiner/ihrer Stellungnahme das Einvernehmen mit dem Bezirkskirchenrat und der Bezirksvertretung der Evangelischen Jugend herstellt.
    2 Der/die Bezirksjugendpfarrer/in trägt gemeinsam mit der Bezirksvertretung und den Bezirksjugendreferent/innen die Verantwortung für die Evangelische Jugendarbeit im Kirchenbezirk.
  3. Zu seinen/ihren Aufgaben gehören insbesondere:
    1. Verkündigung und Seelsorge an der Jugend;
    2. Beratung der Gemeinden und der Gliederungen der Jugend sowie kirchlicher Gremien in Fragen der Jugendarbeit;
    3. Gewinnung, Beratung und Fortbildung der Mitarbeiter/innen in Verbindung mit den im Kirchenbezirk tätigen Jugendverbänden und Arbeitsformen;
    4. Mitarbeit in der Jugendpolitik im Benehmen mit den dafür zuständigen Gremien, insbesondere Verantwortung dafür, daß die Anliegen der Evangelischen Jugend in Jugendringen und Jugendwohlfahrtsausschüssen vertreten werden;
    5. Förderung der ökumenischen Zusammenarbeit und der internationalen Kontakte in der Jugendarbeit;
    6. Erstattung des Berichts über die Jugendarbeit an die Leitungsorgane des Kirchenbezirks;
    7. Teilnahme an der Konferenz der Bezirksjugendpfarrer/innen und der Mitarbeiter/innen-Tagung des Amtes für Jugendarbeit;
    8. Übernahme von Verwaltungsarbeiten im Rahmen seines/ihres Aufgabenbereichs.
  4. Um den Zusammenhang des Gesamtkatechumenats der Kirche zu wahren, soll der/die Bezirksjugendpfarrer/in außer mit den zuständigen Gemeindepfarrer/innen auch mit den für evangelische Unterweisung und Kindergottesdienst Verantwortlichen sowie mit Mitarbeiter/innen der kirchlichen Werke Verbindung halten.
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IV. Bezirksjugendreferent/in

  1. 1 Zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben des/der Bezirksjugendreferent/in ist es notwendig, daß dieser/diese seinen/ihren Dienst in enger Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung der Evangelischen Jugend, den anderen hauptamtlichen Mitarbeiter/innen und dem/der Bezirksjugendpfarrer/in wahrnimmt.
    2 Der/die Bezirksjugendreferent/in trägt gemeinsam mit der Bezirksvertretung der Evangelischen Jugend und dem/der Bezirksjugendpfarrer/in die Verantwortung für die Evangelische Jugend im Kirchenbezirk.
  2. 1 Der/die Bezirksjugendreferent/in leistet seinen/ihren Dienst in der Regel in einem Kirchenbezirk. 2 Die Dienstaufsicht obliegt dem Dekan, die dieser auf den/die Bezirksjugendpfarrer/in delegieren kann. 3 Die Fachaufsicht hat der/die Landesjugendpfarrer/in.
  3. Der Evangelische Oberkirchenrat beruft den/die Bezirksjugendreferent/in im Benehmen mit dem/der Landesjugendpfarrer/in, der/die vor seiner/ihrer Stellungnahme das Einvernehmen mit dem Bezirkskirchenrat und der Bezirksvertretung der Evangelischen Jugend herstellt.
  4. 1 Zu den Aufgaben des/der Bezirksjugendreferent/in gehören im Rahmen seines/ihres Dienstverhältnisses zur Landeskirche oder einem Kirchenbezirk insbesondere:
    a)
    Verkündigung, Seelsorge und Besuchsdienst bei den Jugendlichen;
    b)
    Gewinnung, Beratung und Fortbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in Verbindung mit den im Kirchenbezirk tätigen Jugendverbänden und Arbeitsformen;
    c)
    Bemühen um die Jugend in geeigneten koedukativen und geschlechtsspezifischen Formen;
    d)
    Förderung der ökumenischen Zusammenarbeit und der internationalen Kontakte der Jugendarbeit;
    e)
    Vorbereitung und Durchführung übergemeindlicher Veranstaltungen (zum Beispiel Jugendtreffen, Freizeiten, Mitarbeiter/innen-Rüsten);
    f)
    Beratung der Gemeinden und Gliederungen der Jugend in Fragen der Jugendarbeit;
    g)
    Mitarbeit in der Jugendpolitik im Benehmen mit den dafür zuständigen Gremien, insbesondere Verantwortung dafür, daß die Anliegen der Evangelischen Jugend in Jugendringen und Jugendwohlfahrtsausschüssen vertreten werden;
    h)
    Zusammenarbeit mit anderen im Kirchenbezirk tätigen kirchlichen Einrichtungen und Gruppen (zum Beispiel diakonische Einrichtungen, Erwachsenenbildung);
    i)
    Teilnahme am Konvent der Jugendreferent/innen, der Mitarbeiter/innen-Tagung des Amtes für Jugendarbeit sowie an besonderen Lehrgängen;
    k)
    Wahrnehmung der zu seinem/ihrem Aufgabenbereich gehörenden Verwaltungsaufgaben.
2 Das Nähere regelt eine Dienstanweisung des Evangelischen Oberkirchenrates, die Bestandteil des Anstellungsvertrages ist.
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V. Landesjugendkammer

  1. 1 In der Evangelischen Landesjugendkammer in Baden schließen sich Verbände, Arbeitsgemeinschaften, Arbeitsformen und Verantwortliche der Evangelischen Jugendarbeit innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Baden zur Wahrnehmung gemeinsamer Verantwortung zusammen.
    2 Unbeschadet der gesamtkirchlichen Verantwortung der Kirchenleitung, die eine ständige Information erfordert, nimmt die Landesjugendkammer in Verbindung mit dem/der Landesjugendpfarrer/in die Interessen der Evangelischen Jugendarbeit in Baden gegenüber kirchlichen und nicht kirchlichen Stellen wahr.
  2. Die Landesjugendkammer hat insbesondere folgende Aufgaben:
    a)
    Beratung der Kirchenleitung in sämtlichen Fragen der Jugendarbeit;
    b)
    Planung, Beratung und Koordinierung der Arbeit der Evangelischen Jugend;
    c)
    Vertretung gemeinsamer Anliegen und Interessen der in der Landesjugendkammer zusammengeschlossenen Mitglieder gegenüber den Organen der Landeskirche und kirchlicher Einrichtungen;
    d)
    Wahrnehmung und Durchführung gemeinsamer Aufgaben;
    e)
    Beratung und Beschluß des Haushaltsplanes der Landesjugendkammer;
    f)
    Aufstellung von Richtlinien für den Kirchlichen Jugendplan und dessen Durchführung;
    g)
    Verwaltung kirchlicher und staatlicher Mittel für die Jugendarbeit im Rahmen der festgelegten Zuständigkeit;
    h)
    1 Verantwortung für die Außenvertretung und die Zusammenarbeit mit anderen Jugendverbänden und Wahrnehmung gemeinsamer Interessen und Aufgaben (zum Beispiel in der aej, gegenüber dem Landesjugendring über die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Baden-Württemberg, gegenüber der Öffentlichkeit). 2 Bei Außenvertretungen, die von mehreren Personen wahrgenommen werden, soll auf Parität zwischen Frauen und Männern geachtet werden;
    i)
    Mitwirkung bei der Berufung des/der Landesjugendpfarrer/in nach der Ordnung der Landeskirche und Mitberatung seiner/ihrer Dienstanweisung;
    k)
    Entgegennahme und Beratung des Jahresberichtes des/der Landesjugendpfarrer/in und – auf Anforderung – von Berichten anderer Mitarbeiter/innen;
    l)
    Wahl eines Leitungskreises;
    m)
    Beschluß einer Geschäftsordnung;
    n)
    Bildung von Ausschüssen, Kommissionen und Projektgruppen (zum Beispiel Jugendpolitischer Ausschuß, Finanzausschuß).
  3. 1 Die Amtszeit der Landesjugendkammer beträgt 3 Jahre. 2 Diese tritt mindestens viermal im Jahr zusammen. 3 Sie ist auch einzuberufen, wenn ein Viertel ihrer stimmberechtigten Mitglieder (Nr. 4 Buchst. a und b) dies unter Angabe des zu beratenden Gegenstandes beim/bei der Vorsitzenden beantragt.
    4 Das Nähere regelt eine Geschäftsordnung.
    1. 1 Als stimmberechtigte Mitglieder entsenden in die Landesjugendkammer:
      aa)
      Arbeitsformen landeskirchlicher Jugendarbeit, die überwiegend auf Gemeindeebene arbeiten, und zwar Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Gemeindejugend (EGJ)
      6 Vertreter/innen
      Arbeit mit körperbehinderten Jugendlichen
      1 Vertreter/in
      Offene Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit
      1 Vertreter/in
      Jugendkulturarbeit (AGM)
      1 Vertreter/in
      ab)
      Andere Arbeitsformen Landeskirchlicher Jugendarbeit, die überbezirklich arbeiten:
      Evangelische Schülerarbeit in Baden (esb)
      1 Vertreter/in
      Diakonisches Jahr und die Kurzfristigen Sozialen Einsätze
      1 Vertreter/in
      ac)
      Verbände der Jugendarbeit:
      CVJM
      3 Vertreter/innen
      VCP
      2 Vertreter/innen
      EC
      1 Vertreter/in
      Johanniter-Jugend
      1 Vertreter/in
      2 Über die Aufnahme weiterer Arbeitsformen entscheidet die Landesjugendkammer.
    2. Mitglieder der Landesjugendkammer sind ferner
      der/die für die Jugendarbeit zuständige Referent/in des Evangelischen Oberkirchenrats
      der/die Landesjugendpfarrer/in
      1 Vertreter/in der Landessynode
      1 Vertreter/in des Konvents der Bezirksjugendpfarrer/innen
      1 Vertreter/in der Bezirksjugendreferent/innen
    3. 1 Mit beratender Stimme gehören der Landesjugendkammer an:
      ca)
      der/die Sachgebietsleiter/in der Verwaltung des Amtes für Jugendarbeit
      cb)
      der/die jugendpolitische Referent/in des Amtes für Jugendarbeit
      cc)
      die Vorsitzenden der Ausschüsse (sofern sie nicht stimmberechtigte Mitglieder sind)
      cd)
      1 Vertreter/in des Diakonischen Werkes
1 Weitere sachkundige Personen können mit beratender Stimme zu den Sitzungen der Landesjugendkammer hinzugezogen werden.
2 Jede Gruppierung kann nicht mehr als 1 hauptamtliche/n Mitarbeiter/in entsenden. 3 Bei der Zusammensetzung der Delegation soll auf paritätische Besetzung geachtet werden.
4 Mitglied der Landesjugendkammer kann nur sein, wer älter als 18 Jahre ist und die Befähigung zum Amt eines Ältesten nach der landeskirchlichen Ordnung besitzt.
5 Die Landesjugendkammer kann neue Mitglieder (Einzelpersonen, Verbände usw.) mit einer Mehrheit von zwei Dritteln ihrer Mitglieder aufnehmen, sowie Mitglieder mit einer Mehrheit von drei Vierteln ihrer Mitglieder aus wichtigem Grund ausschließen.
5.
Der Leitungskreis
  1. 1 Die Landesjugendkammer wählt aus ihrer Mitte und für die Dauer ihrer Amtszeit 4 Personen als Vertreter/innen von mindestens 3 verschiedenen Mitgliedsorganisationen der Landesjugendkammer. 2 Diese bilden zusammen mit dem/der Landesjugendpfarrer/in den Leitungskreis der Landesjugendkammer. 3 In der Zusammensetzung des Leitungskreises soll sich die Pluralität der Arbeitsformen Evangelischer Jugend in Baden widerspiegeln. 4 Er soll paritätisch mit Frauen und Männern besetzt sein, mindestens jedoch ein Mitglied des Leitungskreises muß eine Frau sein.
    5 Der Leitungskreis wählt aus seiner Mitte und für die Dauer von jeweils 1 Jahr eine/n Vorsitzende/n und eine/n stellvertretende/n Vorsitzende/n. 6 Jede der im Leitungskreis vertretenen Arbeitsformen soll dabei das Amt des/der Vorsitzende/n nur einmal im Verlaufe der dreijährigen Amtszeit der Landesjugendkammer wahrnehmen.
  2. Der Leitungskreis bereitet die Sitzungen der Landesjugendkammer vor, ist verantwortlich für das Protokoll und sorgt für die Durchführung der Beschlüsse.
  3. Der Leitungskreis beruft bei Bedarf oder auf Antrag von mindestens 3 Bezirksvertretungen eine Versammlung der Bezirksvertretungen ein.
  4. Der/die Vorsitzende beruft die Landesjugendkammer unter Angabe der Tagesordnung und Einhaltung einer Einladungsfrist von 14 Tagen ein; er/sie leitet die Sitzungen der Landesjugendkammer sowie die Versammlung der Bezirksvertretungen.
  5. Der Leitungskreis vertritt die Belange der Landesjugendkammer gegenüber der Kirchenleitung.
  6. Er berichtet regelmäßig der Landesjugendkammer.
  7. Die Geschäftsführung der Landesjugendkammer obliegt dem Amt für Jugendarbeit.
2 Die Landesjugendkammer gibt sich eine Geschäftsordnung.
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VI. Das Amt für Jugendarbeit

  1. Mitarbeiter/innen
    1. Dem Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden gehören die vom Evangelischen Oberkirchenrat mit dem Dienst an der Evangelischen Jugend in Baden beauftragten Mitarbeiter/innen unter Leitung des/der Landesjugendpfarrers/in an.
    2. 1 Die Mitarbeiter/innen des Amtes für Jugendarbeit werden vom Evangelischen Oberkirchenrat angestellt. 2 Bei der Berufung der Mitarbeiter/innen in den verschiedenen Arbeitsformen wirken deren Vertretungsorgane bzw. Landesarbeitskreise mit.
    3. 1 Die Aufgaben der Mitarbeiter/innen regeln sich nach einer Dienstanweisung, die der Evangelische Oberkirchenrat auf Vorschlag des/der Landesjugendpfarrers/in erläßt. 2 Diese/r stellt vor Anstellung eines/einer hauptamtlichen Mitarbeiters/in das Einvernehmen mit den Vertretungsorganen bzw. dem jeweiligen Landesarbeitskreis her.
    4. Die Mitarbeiter/innen arbeiten bei Wahrnehmung ihrer Aufgaben mit dem Vertretungsorgan bzw. dem Landesarbeitskreis und dem/der Landesjugendpfarrer/in zusammen.
    5. 1 Die Mitarbeiter/innen wirken auch an den Gesamtaufgaben des Amtes für Jugendarbeit mit. 2 Sie sind im Mitarbeiter/innen-Kreis zusammengeschlossen, der regelmäßig zusammentritt.
    6. Die unmittelbare Dienst- und Fachaufsicht über die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen im Amt für Jugendarbeit führt der/die Landesjugendpfarrer/in.
  2. Aufgaben
    Zu den Aufgaben des Amtes für Jugendarbeit gehören insbesondere:
    a)
    Beratung haupt-, neben- und ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen in Gemeinden, Kirchenbezirken und Werken in allen Fragen der Jugendarbeit;
    b)
    Angebote für Schulung und Fortbildung von Mitarbeiter/innen;
    c)
    Erstellung und Vermittlung von Arbeitshilfen;
    d)
    Unterstützung der Jugendarbeit in Gemeinden und Kirchenbezirken, Unterstützung von geschlechtsspezifischen und koedukativen Formen von Jugendarbeit, Unterstützung und Durchführung von Maßnahmen mit besonderen Gruppierungen von Jugendlichen und offene Formen der Jugendarbeit;
    e)
    Studienarbeit zu Inhalten der Jugendarbeit, Entwicklung und Begleitung neuer Arbeitsformen, Mitarbeit bei Modellprojekten;
    f)
    Hilfen für die Jugendarbeit im Bereich der Landeskirche;
    g)
    Vorbereitung und Durchführung von Freizeiten, Tagungen, Treffen, Begegnungen und anderen Veranstaltungen für die Evangelische Jugend in Baden;
    h)
    Förderung ökumenischer und internationaler Begegnungen;
    i)
    Durchführung von Aufbaulagern im Zusammenhang mit der Verwaltung der Häuser der Evangelischen Jugend in Baden;
    k)
    Führung der laufenden Geschäfte der Evangelischen Jugend in Baden und der Landesjugendkammer.
  3. 1 Diese Aufgaben werden wahrgenommen:
    1. vom/von der Landesjugendpfarrer/in;
    2. von den verschiedenen Gruppierungen und den für diese Gruppierungen angestellten Landesjugendreferent/innen, insbesondere von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Gemeindejugend in Baden und dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) zusammen mit den gewählten Vertretungen;
    3. von Landesjugendreferent/innen, denen bestimmte Sachgebiete übertragen sind, insbesondere
      Lehrgangs- und Freizeitarbeit
      Praxisberatung und -begleitung, Musisch-Kulturelle Bildung
      Beratung von Kriegsdienstverweigerern und Begleitung der Zivildienstleistenden
      Jugendpolitik
    4. von hauptamtlichen Mitarbeiter/innen der Arbeitsformen, die sich an besondere Zielgruppen wenden oder bestimmte Schwerpunkte wahrnehmen und mit anderen Mitarbeiter/innen und Vertreter/innen der Zielgruppe in einem Landesarbeitskreis zusammenarbeiten. 2 Dazu gehören:
      Evangelische Schülerarbeit in Baden (ESB)
      Offene Berufstätigenarbeit (OBA) und Jugendsozialarbeit
      Diakonisches Jahr und Kurzfristige Soziale Einsätze
      Arbeit mit behinderten Jugendlichen.
      3 Die Mitglieder des Landesarbeitskreises werden von den Gruppen, denen sie angehören, auf die Dauer von 3 Jahren gewählt oder vom Landesarbeitskreis als sachkundige Beratung für die Dauer einer Amtszeit berufen. 4 Sie geben sich eine Geschäftsordnung, in der unter anderem Wahl und Berufung, Vorsitz und Einberufung des Arbeitskreises geregelt sind;
    5. von Mitarbeiter/innen in der Verwaltung des Amtes für Jugendarbeit.
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VII. Der/die Landesjugendpfarrer/in

  1. 1 Der Auftrag des/der Landesjugendpfarrers/in gilt der Jugend im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Baden. 2 Der/die Landesjugendpfarrer/in trägt unbeschadet der Verantwortung der Kirchenleitung gemeinsam mit der Landesjugendkammer die Verantwortung für die Jugendarbeit in der Landeskirche.
  2. 1 Der/die Landesjugendpfarrer/in wird vom Landesbischof im Benehmen mit der Landesjugendkammer in der Regel für die Dauer von 6 Jahren berufen. 2 Die Berufung kann vom Landesbischof im Benehmen mit der Landesjugendkammer verlängert werden.
  3. 1 Zu den Aufgaben des/der Landesjugendpfarrer/in gehören insbesondere
    1. Verkündigung und Seelsorge an der Evangelischen Jugend;
    2. Planung und Entwicklung von Formen und Inhalt Evangelischer Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit dem Mitarbeiter/innen-Kreis des Amtes für Jugendarbeit und anderen Gremien;
    3. Koordinierung aller in der Jugendarbeit tätigen Kräfte zu gemeinsamem bzw. geordnetem Handeln in der Kirche;
    4. Aus-, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter/innen in der Evangelischen Jugendarbeit;
    5. Wahrnehmung der Interessen der Jugendarbeit gegenüber Gemeinden, Kirchenbezirken und Landeskirche;
    6. Vertretung der Evangelischen Jugendarbeit in Verbindung mit der Landesjugendkammer, unbeschadet der gesamtkirchlichen Verantwortung durch die Kirchenleitung;
    7. Verbindung mit den für die evangelische Unterweisung verantwortlichen Stellen im Hinblick auf den Gesamtkatechumenat der Kirche sowie mit den kirchlichen Werken.
2 Das Nähere regelt eine Dienstanweisung, die der Evangelische Oberkirchenrat erläßt.
4.
1 Der/die Landesjugendpfarrer/in erfüllt seine/ihre Aufgaben in ständigem Kontakt mit der Kirchenleitung. 2 Er/sie erstattet dem/der zuständigen Referenten/in sowie dem Kollegium des Evangelischen Oberkirchenrats regelmäßig Bericht über die Jugendarbeit.
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VIII. Inkrafttreten

1 Die Ordnung tritt am 1. März 1991 in Kraft. 2 Gleichzeitig tritt die Ordnung der Evangelischen Jugendarbeit in Baden vom 12. Februar 1980 (GVBl. S. 33) außer Kraft.