.

Geltungszeitraum von: 06.10.2009

Geltungszeitraum bis: 01.10.2011

Durchführungsbestimmungen zu § 107 Abs. 2 PfDG
(PfDG-DB)

Vom 6. Oktober 2009 (GVBl. S. 141)

Der Evangelische Oberkirchenrat erlässt folgende Durchführungsbestimmungen:
#####

§ 1
Grundsatz

1 Gemäß § 107 Abs. 2 PfDG sind Pfarrerinnen und Pfarrer, die hauptamtlich Religionsunterricht erteilen, unbeschadet der gewissenhaften Erfüllung ihrer Dienstpflicht in Schule und Religionsunterricht verpflichtet, Dienste in der Gemeinde wahrzunehmen. 2 Insbesondere soll dies der Kooperation zwischen Schule und Gemeinde fördern. 3 In der Tradition der bisher gültigen Formulierung wird die Förderung des kirchlichen Lebens nunmehr verbindlicher betont und die Kooperation zwischen Schule und Gemeinde auf besondere Weise mit dem Ziel akzentuiert, dass sich hauptamtliche Religionslehrkräfte wahrnehmbar in der Gemeinde engagieren. 4 Dabei erstreckt sich der Begriff „Gemeinde“ allgemein auf kirchliches Engagement außerhalb des Lehrbetriebs.
#

§ 2
Tätigkeiten und Projekte

Kirchliches Engagement außerhalb des Lehrbetriebs gestaltet sich insbesondere
  1. in Projekten/Arbeitsgemeinschaften in bzw. zur Verbindung von Schule und Gemeinde, wie z. B.:
    1. “Gottesdienst“ (Schule, Jugendgottesdienst, Kirchengemeinde),
    2. Kirchenpädagogik,
    3. Religion und Spiritualität,
    4. Organisation/Durchführung von Retraiten/Tagen der Besinnung;
  2. auf der Ebene von Gemeinde und Kirchenbezirk:
    1. im Bereich Jugendarbeit und Schule,
    2. durch Wahrnehmung/Gestaltung eines Bezirksauftrags,
    3. durch Mitwirken in der Konfirmandenarbeit,
    4. durch Mitarbeit in der Erwachsenenbildung;
  3. durch Vertretungen:
    1. in Gottesdiensten,
    2. bei Kasualien,
    3. im Konfirmandenunterricht.
#

§ 3
Zuständigkeit

1 Das kirchliche Engagement im Sinne von § 2 wird in den Orientierungsgesprächen erörtert. die die Schuldekaninnen und Schuldekane als Dienstvorgesetzte der kirchlichen Religionslehrkräfte mit diesen führen. 2 In diesen Gesprächen wird das kirchliche Engagement der Pfarrerinnen und Pfarrer, die hauptamtlich Religionsunterricht erteilen, gegebenenfalls unter Hinweis auf weitere Möglichkeiten beraten und in einer Zielvereinbarung festgehalten. 3 Die Schuldekaninnen und Schuldekane berichten über Art und Umfang der getroffenen Zielvereinbarungen ohne Angabe der Person in ihren Jahresberichten.
#

§ 4
Pfarrerinnen und Pfarrer im Schuldienst des Landes Baden-Württemberg

1 Unbeschadet ihres Dienstverhältnisses zum Land und ihrer fachlichen Beaufsichtigung durch die Fachberaterinnen und Fachberater als kirchliche Beauftragte erörtern die Pfarrerinnen und Pfarrer im Schuldienst des Landes Baden-Württemberg in Gesprächen mit den Schuldekaninnen und Schuldekanen ihr kirchliches Engagement i. S.d. § 107 Abs. 2 PfDG. 2 Die Ergebnisse fließen ebenfalls ohne personenbezogene Daten in deren Jahresberichte ein.
#

§ 5
Auswertung

Das kirchliche Engagement der kirchlichen Religionslehrkräfte wird außerhalb des Lehrbetriebs in Zusammenarbeit zwischen den Schuldekaninnen und Schuldekanen und dem Evangelischen Oberkirchenrat kontinuierlich ausgewertet.
#

§ 6
Inkrafttreten/Außerkrafttreten

Diese Durchführungsbestimmungen treten am 6. Oktober 2009 in Kraft. Sie gelten bis 31. Juli 2012.
#